FAST DA ist eine virtuelle Plattform, die den physischen Spuren folgt, die das Tanzkollektiv Grupo Oito im Gropius Bau hinterlassen hat. Diese Spuren nehmen ihren Anfang im September 2020 und bezeugen die Suche nach neuen Wegen um Tanz als Bewegung im Körper und als Bewegung von Körpern sowie Grupo Oito‘s Vision des Tanzes als Mittel zur politischen Transformation erfahrbar und teilbar zu machen. Die Kooperation zwischen Grupo Oito und dem Gropius Bau findet im Rahmen des Vermittlungsprogramms Gropius Bau Raum geben statt. Über 7 Monate hinweg wollte Grupo Oito die Forschung an Körper, Objekt(e), Grenzen & Ecken durch Workshops, Rauminstallationen und künstlerischen Austausch der Öffentlichkeit zugänglich machen. FAST DA ist einerseits ein Archiv dessen, was im September und Oktober 2020 entstanden ist. Andererseits ist es ein Raum für die Ideen, die dort ihren Anfang nahmen, aber nicht mehr materialisiert werden konnten. Mehr noch, FAST DA ist ein Versuch physische Erfahrbarkeit online greifbar zu machen. Als Tanzkollektiv stellt Grupo Oito den Körper in den Mittelpunkt der Arbeit – ein Körper, der fühlt und macht, ein Körper, der er-lebt. Der Bildungsansatz des Kollektivs besteht darin, Räume zum Experimentieren zu schaffen und das Vertrauen in die Erfahrung des Körpers zu stärken. Von Beginn an haben Fragen rund um Kulturen der Bildung den Prozess geprägt, die sich nun verdichten: Wie gestalten wir Räume, in denen wir der physischen Dringlichkeit von Widerstand, Gemeinschaftlichkeit und Fürsorge begegnen können?
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Alles was auf diese Plattform zu sehen, hören, lesen, erfahren ist, wurde von den Mitgliedern von Grupo Oito – Laura Alonso, Caroline Alves, Ricardo de Paula, Martina Garbelli, Natalie Riedelsheimer, Miro Wallner – und der Dramaturgin Nora Tormann kreiert. Eine große Inspiration für diese Arbeit waren die Treffen “Terceira Margem Plural”, die im September und Oktober 2020 stattgefunden haben, mit den TeilnehmerInnen: Andreina Vieira Santos, Thiago Batista Bezerra, Tito Casal, Guilherme Moreira, Nasheeka Nedsreal, Tatiana Heide, Nora Haack, Ilker Abay, Marlon Miguel.

Ein Raum öffnet sich,

eine Möglichkeit erscheint.

Willst du es ausprobieren?

Bodies Object(s) Borders & Corners

From September 2020 to March 2021, an assemblage grows out of bodies, objects, and their traces. It becomes a witness to the encounters between people, objects, and space: What are the stories and social structures that arise through encounters and within which they take place?

Through the layers that rise and fall on the commonly created site, it becomes an experiment in social practice: How can a public space be a playground for civil action? How can this room become a multilayered space of encounter and negotiation of difference?

Von September 2020 bis März 2021 wächst hier eine Assemblage aus Körpern, Objekten und den Spuren, die sie hinterlassen. Sie wird zur Zeugin der Begegnungen, die sich zwischen Menschen, Objekten und dem Raum selbst ereignen: Was sind die Geschichten und sozialen Strukturen, die durch das Zusammentreffen entstehen und innerhalb derer sie stattfinden?

Als gemeinsamer Gestaltungsort wird der Raum durch die Schichten, die sich darin auf- und abtragen, zu einem Experiment der sozialen Praxis: Wie kann ein öffentlicher Raum Spielwiese zivilen Handels sein? Wie kann dieser Raum zu mehrschichtigen Räumen der Begegnung und Aushandlung von Differenzen werden?

Grupo Oito is an intercultural dance collective founded by the choreographer Ricardo De Paula in Berlin in 2006. With movement, Grupo Oito explores the body as a political microcosm and searches for physical potentials of transformation.

Grupo Oito ist ein interkulturelles Tanzkollektiv, das 2006 vom Choreographen Ricardo De Paula in Berlin gegründet wurde. Mit Bewegung erforscht Grupo Oito den Körper als politischen Mikrokosmos und sucht nach physischen Potentialen der Transformation.

Audio-Erfahrung

Auszug aus dem Gedicht "Padê de Exu Libertador", geschrieben in Bufalo, USA, am 2. Februar 1981.

Scroll nach unten für die Übersetzung

Exu

du bist Herr
über die Wege zur Befreiung unserer Leute
du kennst die die erhoben
deine glühenden Eises
gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung
Zumbi Luiza Mahin Luiz Gama
Cosme Isidoro João Cândido
du weißt dass in jedem Schwarzen Herz
quilombo schlägt
dass in jeder Hütte
ein weiteres palmares knistert
die Xangô-Feuer erleuchten unseren Kampf
Gegenwart und Vergangenheit
I biete dir Exú
meine Worte als ebó
in dieser padê zu deinen Ehren
nicht nur ich selbst
aber meine und deine
Brüder und Schwestern in
Olorun
– unser Vater
der ist
Orum
Laroiê!

Einige Worte werden im Candomblé und Umbanda gebraucht, sich auf Westafrika beziehende Religionen, die sich in Brasilien im Widerstand gegen die portugiesischen Kolonialmacht weiterentwickelt haben.

Olorun ist der Schöpfer der Götter, der Welt und des Orum, das spirituelle Universum. Padê ist eine Zeremonie, in der ébo, die Gaben, dem Mittler Exú übergeben werden, um mit den Göttern in Kontakt zu treten. Laroiê ist ein Ausruf, mit dem eine Anrufung an die Götter beendet wird.

Quilombo hießen die Niederlassungen und Zufluchtsorte geflohener Versklavten zu Zeiten der portugiesischen Herrschaft in Brasilien. Das Palmares war mit bis zu 30.000 Bewohner*innen das Größte und Berühmteste Quilombo.

Wie hast du dich gefühlt, als du diesen Satz gelesen hast?
Wo hast du diese Gefühle im deinem Körper gespürt?
Verwirrter Kopf?
Beschämtes Becken?
Freie Arme?
Schuldiger Kopf?
Glücklicher Brustkorb?
Traurige Beine?
Skeptischer Kopf?
Wütender Hals?
Hoffnungsvolle Beine?
Glücklicher Kopf?
Neugieriges Becken?
Dankbare Arme?
Teile, wie es sich anfühlt.
Tausche dich aus.
Öffne dich, auch wenn du denkst, du bist schon offen.
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Sich erden – eine Erfahrung

Spiele dieses Audiofile ab und folge den Anweisungen.

Würdest du versuchen, diese Erfahrung draußen auf der Straße, in einem öffentlichen Raum oder in einem weniger komfortablen Raum als deinem eigenen Haus zu wiederholen?

Kreatives Prozess

Ein Faden wandert zwischen Hand und Hand
Schlaufe um Schlaufe
entsteht eine gemeinsame Struktur.
Flexibel, porös.
verdeckt, enthüllt, fängt, trägt
und hält zusammen

Als Kollektiv arbeiten wir gemeinsam an Themen, stellen unsere verschiedenen Perspektiven nebeneinander, bauen aufeinander auf, verursachen Chaos – und beobachten, was daraus entsteht. Wir verbinden das Persönliche und Politische, in dem wir autobiografisches Material im Kontext gesellschaftlicher Strukturen betrachten. Als Tänzer*innen ist unser Ausgangspunkt der Körper, den wir im Lichte politischer Konzepte betrachten und bewegen.

Wir laden dich ein einen Eindruck dieser Arbeitsweise zu bekommen. Dafür brauchst du ein bisschen Zeit – und vor allem Lust ein paar Schritte mit uns zu gehen.
Wie? Du erhältst alle vier Tage eine E-Mail mit einer kleinen Aufgabe. Für jede dieser Aufgaben solltest du mindestens 15 Minuten einplanen. Wenn du fertig bist, kannst du uns dein Ergebnis schicken. Zusammen mit den Arbeiten anderer Teilnehmer*innen entsteht daraus ein Patchwork, das auf FAST DA veröffentlicht wird.

brechen der Vertikalität
– eine Erfahrung

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STEINE

Für diese Erfahrung benötigst du einen Stein. Wenn du einen Stein zu Hause hast, kannst du diesen verwenden. Wenn du keinen Stein hast, mache einen Spaziergang nach draußen und suche einen. Du kannst nach einem Stein suchen, der etwa so groß ist wie deine Hand. Hier findest du drei Audiofiles, die dir drei unterschiedliche Erfahrungen mit deinem Stein anbieten möchten. Probiere sie aus!